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Facebook vermittelt Jobs wie Xing und Linkedin

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Facebook will Linkedin und Xing noch ähnlicher werden. Aber die Karriereportale bauen ihr Angebot auch weiter aus. Dadurch ändert sich für die Nutzer Einiges. Braucht man künftig überhaupt noch mehrere Portale?

Mit einem Gastbeitrag von Thomas Wüllner / P4:
Thomas Wüllner, Geschäftsführende Partner und Experte für Karriereberatung und Einzel-Outplacement des Beratungsunternehmens P4 Career Consultants GmbH & Co. KG

Lektionen aus der US-Wahl

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Der zurückliegende Wahlkampf um das Präsidentenamt in den USA und vor allem das Ergebnis hält einige Erkenntnisse für den Führungsalltag in Unternehmen bereit:

Lektion 1: Erkennen Sie die Bedeutung von schwachen Signalen, denn jeder Tsunami fängt mit einem Rückzug des Meerwassers an. Es geht darum, am Anfang die leisen Töne zu hören.

Tipp: Schauen Sie sich in Ihrer beruflichen Umgebung einmal außerhalb des sogenannten Mainstreams um. Schlüpfen Sie in die Rolle des Trendscouts und sprechen Sie mit Kollegen und Mitarbeitern, die eine andere Meinung als die salonfähige vertreten. Dann werden Sie merken, ob Sie die Ränder des Meinungsspektrums im Blick haben.

Lektion 2: Diese häufig auch unbequemen Meinungen kann ich nur dann erkennen, wenn ich zuhöre, also offen bin für andere Blickwinkel. Wenn ich Menschen ernst nehme. Wenn ich vorschnell etwas abbreche, bekomme ich später die tiefer liegenden Kräfte zu spüren.

Tipp: Wenn Sie mit der Meinung Ihres Gesprächspartners nicht übereinstimmen, hilft es häufig, einen kurzen Moment innezuhalten und den Replikautomatismus mit einem „ist ja interessant“ zu unterbrechen. Der andere ist ebenso wie Sie selbst von der eigenen Ansicht überzeugt und meint recht zu haben.

Lektion 3: Aufgeben ist keine Option und sei die Chance noch so klein. Meine Klienten als Bewerber im Markt haben schon oft erlebt, dass sich das Blatt in letzter Sekunde wendet. Wenn ich aufgebe, war alles Bisherige umsonst.

Tipp: Hartnäckigkeit und Systematik werden oftmals belohnt.

Thomas Wüllner ist Geschäftsführender Partner und Experte für Karriereberatung und Einzel-Outplacement des Beratungsunternehmens P4 Career Consultants

Too big to fail?

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Warum sollte es ausgerechnet mir passieren? Aber in Zeiten von wachsender Dynamik und sich ändernden Geschäftsmodellen kann es jeden treffen: Verlust von Job, Macht, Einfluss und Prestige.

Heutzutage sind abrupte Wechsel auf der Führungsebene keine Seltenheit mehr. Alle 2,8 Jahre tritt nach neueren Untersuchungen in der Regel in einer Führungsfunktion eine Veränderung ein. „Too big to fail“ gilt hier nicht. Kaminkarrieren, wenig Markterfahrung und ein gering ausgeprägtes Netzwerk treffen somit auf einen Markt, der von professioneller Selbstvermarktung lebt, von neuer digitaler Kommunikation und flexiblen Karrieremodellen. Old school meets new world? Was hilft in solchen Zeiten? Gönnen Sie sich unabhängig vom Alter mal einen Karriere-Boxenstopp, machen Sie in Ruhe eine Bestandsaufnahme und drücken Sie die Reset-Taste, wenn nötig.

Folgende Punkte sind in jedem Fall wichtig:

  1. Die gestiegene Lebenserwartung in Deutschland führt dazu, dass viele länger als nur bis zum Renteneintritt aktiv sein können. Ihr persönlicher (Karriere-)Blick und Ressourcenplan kann also durchaus einen Blick fürs Ganze umfassen. Bei einem 45-Jährigen sprechen wir hier über 35 bis 40 Jahre, die es zu gestalten gilt.
  2. Machen Sie es sich klar: Karriere muss nicht immer höher, weiter, schneller bedeuten. Finden Sie zu Ihrem eigenen Rhythmus.
  3. Knüpfen Sie neue Netzwerke und versuchen Sie auch einmal Ungewöhnliches. Fragen Sie sich auch einmal, was Sie in bestimmten Situationen jetzt üblicherweise tun würden und testen Sie genau das Gegenteil aus.
Thomas Wüllner ist Geschäftsführender Partner und Experte für Karriereberatung und Einzel-Outplacement des Beratungsunternehmens P4 Career Consultants

Lernen von Spitzenteams

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Zunehmend wird darüber gesprochen, was Führung im Zeitalter von 4.0 bedeutet. Die Vernetzung bei gleichzeitig örtlicher, zeitlicher und inhaltlicher Entgrenzung und volatileren Rahmenbedingungen lässt Führungskräfte danach fragen, ob das einen neuen Führungsstil erfordere.

Ein Blick auf das Führen von Hochleistungsteams bringt uns hier eventuell zu einer interessanten Erkenntnis mit der Frage: Lassen sich Hochleistungsteams überhaupt führen? Eins lässt sich sagen: Sie agieren definitiv nach anderen Grundsätzen. Interessanterweise gibt es ein besonderes Element, das sie mit dem Führen im Zeitalter von 4.0 verbindet.

Diese Gruppen sind u.a. dadurch gekennzeichnet, dass sie sich hervorragend und nahtlos ergänzen, in sehr enger Abstimmung agieren, häufig auch ohne ständige Kommunikationsmöglichkeit (z.B. Admirals-Cup-Segelcrew, OP-Team, schnelle Eingreifgruppen) und doch ausgezeichnete Ergebnisse abliefern können.

Ein Grundsatz, warum diese Gruppen u.a. so erfolgreich sind, ist, dass sie nicht über eine Regelungsdichte agieren, dazu sind die Rahmenbedingen häufig viel zu instabil. Sie handeln vielmehr – wie Studien beweisen – nach vorher vereinbarten Prinzipien, die auf eine sehr anziehende gemeinsame Zielsetzung ausgerichtet sind.

Übersetzt auf den Führungsalltag 4.0 heißt das:

  1. Prinzipien sind wichtiger als die Erhöhung der Regelungsdichte
  2. Klarheit bringt Vorsprung
  3. Werte und ein gemeinsames Ziel bündeln Kräfte und machen das Team für andere attraktiv.

Ein angenehmer Nebeneffekt: Gerade in einer Zeit, in der, wie wir in der Beratung feststellen, zunehmend auch bei Führungskräften über die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit nachgedacht wird, können diese Punkte signifikant die Anziehungskraft als Arbeitgeber erhöhen.

Thomas Wüllner ist Geschäftsführender Partner und Experte für Karriereberatung und Einzel-Outplacement des Beratungsunternehmens P4 Career Consultants

Nach dem Sommerurlaub

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Kaum ist man aus dem Sommerurlaub zurück, geht es bei vielen Führungskräften um zwei vorrangige Themen. Erstens werden die Budget-Runden für das kommende Jahr eingeläutet. Zweitens wird sich so manch einer fragen, wie viel noch zu tun ist, um den Jahresend-Bonus zu erreichen. Soweit so gut. Wo liegen hier die Karrierefallen?

Bei den Budgetrunden geht es um das Thema „König ohne Reich“. Damit ist weniger gemeint, dass der bloße Mangel auf den einzelnen Kostenstellen verwaltet wird, als vielmehr dass Ihnen die Ressourcen für Erfolge zur Verfügung stehen müssen. Sie werden als Führungskraft ausschließlich an Ihren Erfolgen gemessen. Das merkt man spätestens dann, wenn man sich auf dem externen Stellenmarkt bewegen will. Das heißt, Erklärungen, Entschuldigungen oder Rechtfertigungen, warum etwas nicht möglich war, werden in der Regel nicht akzeptiert. Schon gar nicht, dass angeblich kein Budget dafür zur Verfügung stand. „Dann hätten Sie eben mehr für Ihre Idee werben müssen oder gleich das Budget besser erkämpfen sollen.“ Dieses ist die externe Sicht der Dinge.
Intern lauert gleichzeitig ein Fallstrick klassischer Art: dass in dem Spagat zwischen Aufgabe und mangelnden Mitteln die Zielerreichung oder sogar noch mehr gefährdet ist.

Daher meine drei Tipps für Sie an dieser Stelle:

1. Stellen Sie sicher, dass Ihre zukünftigen Aufgabenziele zu den Ressourcen und umgekehrt passen. Anderenfalls laufen Sie später in unnötige und potenziell sehr unerquickliche Diskussionen hinein.

2. Denken Sie immer daran, dass Sie für Erfolge bezahlt werden und nicht für bloßes Tun. Dokumentieren Sie daher Ihre Ergebnisse während des laufenden Jahres. Diese Aufzeichnungen werden Ihnen später helfen, wenn Sie Erfolge – auch extern – vorweisen wollen und müssen.

3. Last but not least: Sorgen Sie rechtzeitig auf dem Weg zu Ihrem Jahresend-Bonus dafür, dass Sie wenigstens einige messbare Erfolge vorzeigen können. Für 2016 ist jetzt noch Zeit dazu.

Thomas Wüllner ist Geschäftsführender Partner und Experte für Karriereberatung und Einzel-Outplacement des Beratungsunternehmens P4 Career Consultants

Zeit für die Vorsorge

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Wie lief das Spiel bisher für Sie in der Karriere? Bei Führungskräften ändert sich heutzutage alle 2,8 Jahre beruflich etwas. Raus aus dem Job oder neue Position, anderer Vorgesetzter, ein Wechsel ins Ausland und so weiter. Auf 35 aktive berufliche Jahre bezogen heißt das, dass mindestens zwölf Mal Veränderungen anstehen.

Hierzu drei Tipps von mir:

1. Nehmen Sie die innere Haltung eines Selbstunternehmers an. Nicht darauf warten, dass man mit seinen Kompetenzen „entdeckt und entwickelt“ wird. Sie selbst sind dafür verantwortlich, Ihr Portfolio stets aktuell zu halten und ständig dazuzulernen. Das gilt insbesondere im Zeitalter der Digitalisierung.

2. Auf mindestens zwei Füßen zu stehen und zu spielen, lohnt sich mehr denn je. Einen Plan B für Änderungen bereitzuhalten ist nicht nur sinnvoll, sondern (über)lebensnotwenig.

3. Entwickeln Sie Champions League Niveau in einer Disziplin. In der Regel benötigt man 10.000 Stunden, also mehrere Jahre, um auf Spitzenniveau dabei zu sein. Sonst bleiben Sie in dieser Disziplin allenfalls Durchschnitt.

Gehen Sie zur Karrierevorsorge. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine lebenslang gute Saison.

Thomas Wüllner ist Geschäftsführender Partner und Experte für Karriereberatung und Einzel-Outplacement des Beratungsunternehmens P4 Career Consultants

Stresstest für den Arbeitsplatz

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Warum gerade ich? Bisher habe ich doch viel geleistet für den Erfolg des Unternehmens. Und jetzt die Kündigung. Diese Situation ist keine schöne Sache und kommt doch vor. Leider aus Sicht des Betroffenen oft aus heiterem Himmel.

Ich habe bereits an anderer Stelle in dieser Kolumne geschrieben, was konkret zu tun ist, wenn man sich mit einer solchen Situation konfrontiert sieht. In einer Welt, wo der Verlust des Arbeitsplatzes längst keine Ausnahme mehr ist, lohnt es, der Frage nachzugehen, ob man eine solche Situation nicht auch hätte vorhersehen können. In der Beratung diskutiere ich des Öfteren mit meinen Klienten, ob es frühe Signale dafür gab. In vielen Fällen glaube ich, ja.

Wichtig ist zunächst, es für sich selbst gedanklich zuzulassen, dass Dinge sich ändern können und auch werden – und zwar von heute auf morgen. Das ist oftmals leichter gesagt als getan, sind wir Menschen doch eher gewohnheitsliebend, denn „die Macht der Gewohnheit macht die Gewohnheit“. Eine erste Sensibilisierung gelingt Ihnen dadurch, dass Sie sich Ihre Gewohnheiten durch schlichtes Bewusstmachen vergegenwärtigen.

Um sich dann auf Veränderungen vorzubereiten, gilt es, sich frühzeitig mit Trends und Entwicklungen zu beschäftigen, diese zu erkennen. Wie gelingt das? Nur durch Achtsamkeit. Im allgemeinen Rauschen und Überlagern kommt es gerade auf die kleinen, häufig noch unscheinbaren Anzeichen an.

Igor Ansoff, ein US-Mathematiker, hat hierzu das „Konzept der schwachen Signale zur strategischen Frühaufklärung“ entwickelt. Aus zunächst kaum wahrnehmbaren, später aber sehr wirkungsstarken Signalen lassen sich Szenarien entwickeln, die dann wiederum Präventivstrategien ermöglichen.
Bezogen auf den betrieblichen Alltag kann man dieses Konzept übertragen, indem man sich beispielsweise folgende Leitfragen stellt: Wie stark bin ich in aktuelle Fragestellungen und Projekte in meinem Unternehmen einbezogen? Wann wird auf meine Meinung im aktuellen betrieblichen Umfeld Wert gelegt? Kann ich auf meinem Arbeitsplatz grundsätzlich immer etwas dazulernen? Wie sieht konkret mein Plan B aus, für den ich mich fit halte?

Wenn Sie bei der Beantwortung dieser Fragen bereits schwache Signale verspüren, sollten Sie ab sofort an der Robustheit Ihrer „Employability“ arbeiten.

Thomas Wüllner ist Geschäftsführender Partner und Experte für Karriereberatung und Einzel-Outplacement des Beratungsunternehmens P4 Career Consultants

Warum die neue Pausenkultur Kontakte verhindert

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Das beste an Tagungen ist die Chance, neue Menschen kennenzulernen und professionelle Kontakte zu vertiefen – von wegen. Denn in den Konferenzpausen wird heute nur noch aufs Smartphone gestarrt.

Wer fragt, der führt. So ist landauf, landab die Meinung. Leider wird neuerdings immer mehr die Chance dazu vertan. Vor allem in den Pausen von Kongressen, Veranstaltungen und Besprechungen bietet sich immer das gleiche Bild: Kaum gibt es das ersehnte Signal, breitet sich anstelle von Pausengesprächen eine gespenstische Stille aus.

Als einzige Aktivität wird das Mobilgerät gegriffen, um schnell E-Mails zu prüfen und SMS abzusenden. Es gilt, möglichst die Zeit zu nutzen und dann auch rasch, bevor es weitergeht, noch einen Pausenkaffee zu ergattern.

Die Pause ist ein Geschenk

Das um den Preis, in der meist gefühlt und auch faktisch knapp bemessenen Pause mit dem Nachbarn kein einziges Wort gewechselt zu haben. Dabei könnte sich doch gerade daraus eine potenziell interessante Konversation entspannen, ist man doch auf derselben Veranstaltung.

Was den Sitznachbarn bewogen haben mag, hierher zu reisen, bleibt leider im Dunkeln. Ebenso ist der Anknüpfungspunkt in die Ferne gerückt, etwas Näheres zu dem beruflichen Tun des anderen zu hören. Und selbstverständlich wird darüber hinaus auch die Möglichkeit vertan, das Netzwerk zu pflegen oder gar zu erweitern.
Das Spezielle an der Pause ist die Chance auf ein gutes Gespräch – und das ist schon das Besondere an sich. Es liegt nun an uns, etwas daraus zu machen. Wir erhalten mit einer Pause das Geschenk, zwischenmenschliche Brücken zu bauen. Und darüber hinaus uns selbst auch weiterzuentwickeln.

Daher verwundert es auch nicht, wenn Wilhelm von Humboldt seinerzeit sagte: „Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“ Probieren wir es also zumindest einmal aus, wenn es wieder heißt: „Wir sehen uns dann in zehn Minuten wieder.“

Thomas Wüllner ist Geschäftsführender Partner und Experte für Karriereberatung und Einzel-Outplacement des Beratungsunternehmens P4 Career Consultants
Bild: „Die Kaffeepause sollte man besser dazu nutzen, um neue Kontakte zu knüpfen“
Quelle: Getty Images/ Image Source

Sechs Tipps für die Pflege Ihres Netzwerks

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Ein Drittel der freien Stellen wird über Netzwerke besetzt. Damit es auch für Sie klappt, sollten Sie ein paar wichtige Regeln beherzigen. Denn ein Netzwerk will gepflegt werden, damit es nicht reißt.

Nun haben wir es endlich schwarz auf weiß: In dem jüngsten Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird festgehalten, dass rund ein Drittel der freien Stellen über Netzwerke besetzt wird. Dieser Weg ist ebenso erfolgreich wie nachhaltig. Was bedeuten diese Ergebnisse nun für den Einzelnen, und was ist zu tun? An dieser Stelle jetzt wieder einige Empfehlungen, ergänzend zu meinen früheren Hinweisen. Machen Sie sich die Mühe und halten Sie Ihre Eintragungen in den sozialen Netzwerken stets aktuell. Auch kleinere Veränderungen oder Ergänzungen in Ihrem Profil erzeugen Aufmerksamkeit und signalisieren Wachsamkeit. Ansonsten ist sehr schnell Ihr Verfallsdatum erreicht.
Schärfen Sie Ihr Ziel. Nur wer über ein klares Ziel verfügt, kann auch etwas erreichen. Was ist Ihre Richtung hinter der Netzwerkarbeit? Nicht immer muss es gleich eine neue Tätigkeit sein. Auch die Suche nach einem guten Referenten oder Material zu einem Spezialthema gehören dazu.

Setzen Sie Ihre Netzwerke nicht unter Druck, sonst reißen sie. Menschen fühlen sich ungern mit binären Fragen konfrontiert. Wählen Sie einen offenen Ansatz.

Geben kommt vor Nehmen. Das Netzwerk merkt sehr genau, ob es ausgenutzt wird oder ob die Kommunikation auf Augenhöhe geschieht.
Auch als Führungskraft ist es wichtig, dass Sie ein Markenversprechen haben, das sich präzise in Ihrem Netzwerk mit wenigen Worten beschreiben lässt.
Von nichts kommt nichts: Netzwerkarbeit erfordert Zeit, Mühe und eine regelmäßige Pflege. Was einfach aussieht, ist letztlich starke Willenskraft und bedarf des täglichen Übens.

Und daher last but not least: Investieren Sie regelmäßig in Ihre Netzwerkarbeit. Mein Tipp: Fünf Prozent Ihrer frei verfügbaren Zeit je Woche. Das ist mindestens die Aufmerksamkeit, die das Netzwerk verdient.

Thomas Wüllner ist Geschäftsführender Partner und Experte für Karriereberatung und Einzel-Outplacement des Beratungsunternehmens P4 Career Consultants
Bild:“Spinnennetz: Auch ein Beispiel für meisterhafte Netzwerkarbeit“
Quelle: ZB

Warum Chefs nur selten die Wahrheit erfahren

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Führungskräfte sind oft von Jasagern umgeben. Ein unverstellter Blick auf die Umgebung wird so unmöglich. Auch wer schonungsloses Feedback einfordert, wird oft getäuscht. Nur zu einem Zeitpunkt nicht.

Kinder und Narren sagen die Wahrheit, heißt es. Warum fällt es uns leichter, deren Aussagen zu akzeptieren, wo sie doch häufig den Kern sehr gut treffen? Sicherlich auch, weil die Wahrheit schöner verpackt ist, also mit Witz und einem Augenzwinkern, und somit gesichtswahrender geäußert wird.

Denn wer hat, ehrlich gefragt, schon den Mut und die Größe, abweichende Meinungen zu hören, ohne den Überbringer der kritischen Botschaften gleich persönlich zu bewerten? Die wenigsten. Viel zu oft umgeben Jasager den Einzelnen. Je höher in der Hierarchie, desto ausgeprägter.

Interessanterweise berichten Führungskräfte, sie hätten durchaus nach dem ungeschminkten Feedback gefragt und dann keine wirklich kritische Meinung gehört. Wenn wir einmal davon ausgehen, dass es nicht an dem „nur was ich hören will, höre ich“ lag, so muss man sich doch die Frage stellen, warum es nicht so ist.
Die Person ist wichtig, nicht die Funktion

Es ist oftmals eine Frage der Führungskultur, also ein veränderbarer und sogar gestaltbarer Grund. Meine Empfehlung an dieser Stelle: Wenn Sie solche Diskussion als Vorgesetzter und auch Führungskraft zulassen wollen und können, differenzieren Sie zunächst zwischen einer ersten Phase der ergebnisoffenen Meinungsbildung unter allen Teilnehmern und der anschließenden Phase, in der dann die Entscheidung durch Sie als Verantwortlichen getroffen wird.

Und noch ein Tipp an dieser Stelle: Wenn Sie an der wirklich hierarchiefreien Meinung Ihres beruflichen Umfeldes interessiert sind, gibt es keinen besseren Moment, danach zu fragen, als genau in jenem Moment, in dem klar ist, dass Sie aus dem Unternehmen ausscheiden wollen oder müssen.

Sie agieren dann nicht mehr aus einer Funktion heraus, sondern als Person. Das Einzige, was Sie dazu brauchen, ist der Mut, nach dem schonungslosen Feedback zu fragen. Meine Klienten kommen dadurch jedenfalls zu sehr wertvollen Hinweisen und Erkenntnissen.

Thomas Wüllner ist Geschäftsführender Partner und Experte für Karriereberatung und Einzel-Outplacement des Beratungsunternehmens P4 Career Consultants
Bild: „VW-Bekenntnis, nachdem der Dieselskandal aufflog: An Offenheit oder Mut hat es in dem Konzern ganz offensichtlich gemangelt.“
Quelle: ZB